17. TES-Tagung (6. April 2026)

Die 17. TES-Tagung fand am 5./6. April 2025 in Fulda statt.

Inhaltsverzeichnis

17. TES-Tagung

Rückblick auf die 17. TES-Tagung am 6. April 2026 in Fulda

Am 5./6. April 2026 fand die inzwischen 17. TES-Tagung statt. Seit der Gründung des Kollegenkreises im Jahr 2018 haben sich die regelmäßigen Treffen zu einem festen Forum für Sachverständige und technische Experten aus dem Maschinenbau und angrenzenden Fachgebieten entwickelt.

Den Auftakt bildete auch dieses Mal das traditionelle Treffen am Vorabend. Abseits des eigentlichen Tagungsprogramms bietet sich hier die Gelegenheit, in ungezwungener Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen. Gerade dieser persönliche Austausch ist inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil der TES-Tagungen geworden.

Am folgenden Morgen begann das eigentliche Fachprogramm. Wie bei den vergangenen Veranstaltungen stand dabei nicht allein die Präsentation einzelner Vortragsthemen im Mittelpunkt. Vielmehr geht es bei TES darum, konkrete Erfahrungen aus der Sachverständigenpraxis miteinander zu teilen und zur Diskussion zu stellen.

Und genau diese Diskussionen machen den besonderen Reiz der Veranstaltungen aus.

Unterschiedliche technische Fachrichtungen treffen aufeinander, Schadenfälle werden aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und Lösungsansätze durchaus auch kritisch hinterfragt. Dabei zeigt sich immer wieder, wie wertvoll es sein kann, eine technische Fragestellung einmal aus der Perspektive eines anderen Fachgebietes zu betrachten.

Auch bei der 17. TES-Tagung wurde deshalb intensiv diskutiert, nachgefragt und gelegentlich auch kontrovers argumentiert. Der vorgesehene Zeitplan ist dabei eher eine Orientierung – denn interessante fachliche Diskussionen werden bei TES nicht beendet, nur weil die nächste Folie eigentlich schon an der Reihe wäre.

Genau diese fachliche Vielfalt möchten wir weiter ausbauen.

Für die kommenden Veranstaltungen freuen wir uns deshalb über neue Sachverständige und Experten, die mit ihrer eigenen Spezialisierung unseren Kollegenkreis ergänzen möchten. Besonders interessant sind für uns derzeit Sachverständige aus der Elektrotechnik sowie aus speziellen Bereichen des Maschinenbaus, die innerhalb von TES bislang noch nicht vertreten sind.

Denn die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt: Je unterschiedlicher die Fachgebiete am Tisch sind, desto spannender werden die Diskussionen.

Vielleicht ist genau Ihre Spezialisierung diejenige, die in unserem Kollegenkreis noch fehlt.

Frank Flammer Sachverständiger

„Fehlerhafte FEM-Analyse“

Dipl.-Ing. Frank Flammer zeigte praxisnah, wie Modellierung, Vernetzung, Elementwahl, Randbedingungen, Materialannahmen und die Interpretation der Ergebnisse die Aussagekraft einer Berechnung beeinflussen können. Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, warum mathematisch korrekt berechnete Ergebnisse technisch dennoch falsch sein können und weshalb fundierte Kenntnisse in Technischer Mechanik, Werkstoffkunde und Numerik sowie praktische Erfahrung für belastbare FEA-Ergebnisse unerlässlich sind. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf fehlerhaften Analysen und deren zunehmender Bedeutung in technischen und juristischen Auseinandersetzungen.

„Schweißarbeiten mit unerwarteten Folgen“

Der Vortrag von Dr. Karl-Heinz Walker beleuchtete einen außergewöhnlichen Schadenfall der Automobilindustrie: Nach Schweißarbeiten an Heizungsrohren kam es zu Störungen im automatischen Transportsystem und zur Beschädigung zahlreicher Rohkarosserien. Anschaulich wurdenSchadenhergang, technische Ursache, Verantwortlichkeiten und organisatorische Zusammenhänge untersucht. Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie vermeintlich einfache Instandsetzungsarbeiten durch unzureichende Abstimmung erhebliche Folgeschäden verursachen können.

Martin Will Tes Sachverständige

„Schleuserkriminalität mit der Eisenbahn“

Dipl.-Ing. Martin Will berichtete über einen außergewöhnlichen Gerichtsfall. Im Mittelpunkt standen die erheblichen Gefahren beim Transport von Personen in auf Güterzügen verladenen Sattelaufliegern sowie insbesondere die lebensgefährlichen elektrotechnischen Risiken durch die Oberleitung. Der Vortrag gab zugleich einen spannenden Einblick in die Tätigkeit eines technischen Sachverständigen in einem komplexen Strafverfahren.

Anna Löwe

„Sachverständigeneinsatz in Rumänien – wenn die Dienstreise zum Abenteuer wird“

Dr.-Ing. Anna Loewe berichtete in einem äußerst spannenden Vortrag über einen außergewöhnlichen Sachverständigeneinsatz in Rumänien. Neben den technischen Aufgaben standen vor allem die besonderen Herausforderungen der Reise in abgelegene Regionen und die dortigen Lebensumstände im Mittelpunkt. Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, dass die Tätigkeit von Sachverständigen manchmal weit über die reine technische Begutachtung hinausgeht und mit unerwarteten Situationen und besonderen persönlichen Erfahrungen verbunden sein kann.

„Diskussion: Grenzen der Zusammenarbeit “

TES diskutierte anhand eines konkreten Falls über die manchmal auch schwierige Zusammenarbeit zwischen Sachverständigen und Auftraggeber. Im Mittelpunkt stand die Frage, wo die Grenzen einer Geschäftsbeziehung liegen. Die praxisnahe Diskussion zeigte anhand des wiederholten Schriftwechsels mit einem Auftraggeber, dass neben technischer Kompetenz auch klare Kommunikation und die Wahrung der eigenen fachlichen Position zum Sachverständigenalltag gehören.

Fachlicher Austausch lebt vom persönlichen Miteinander

Auch nach dem offiziellen Ende der Tagung war für einige Teilnehmer noch lange nicht Schluss. Die Gelegenheit wurde genutzt, Gespräche aus den Vorträgen weiterzuführen, Erfahrungen auszutauschen und neue Themen für kommende Treffen zu diskutieren.

Gerade diese Mischung macht die TES-Tagungen aus: anspruchsvolle Fachvorträge, offene und manchmal durchaus kontroverse Diskussionen – aber ebenso das persönliche Kennenlernen und der ungezwungene Austausch unter Kolleginnen und Kollegen.

Denn ein funktionierender Kollegenkreis lebt nicht allein von fachlicher Kompetenz. Geselligkeit, gegenseitiges Vertrauen und das persönliche Miteinander sind mindestens genauso wichtig. Viele wertvolle Kontakte und Ideen entstehen deshalb gerade dann, wenn das offizielle Programm längst beendet ist.

Wer als Sachverständiger Freude am fachübergreifenden Austausch hat, neue Perspektiven kennenlernen und gleichzeitig Teil eines kollegialen Kreises sein möchte, ist herzlich eingeladen, TES bei einer der kommenden Veranstaltungen einfach einmal kennenzulernen.

Sie möchten an der nächsten TES-Tagung teilnehmen?

Bitte nehmen Sie Kontakt auf!

Für den Inhalt verantwortlicher Autor:

Frank Flammer

Dipl.-Ing. (TU)
Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für:

 „Analyse von Schadenursachen, Schwingungstechnik und Betriebsfestigkeit an Maschinen und deren Bauteilen“